Eine neue Verfassung

Anikó Schuetz – Co-opted staff writer, Church of Scotland 

Um 21:20 Uhr am Sonntagabend wurde die neue Verfassung der KEK mit einer überwältigenden Mehrheit (160 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen, 7 Enthaltungen) von der Vollversammlung angenommen. Auch die Dritte Lesung der Verfassung brachte zahlreiche Diskussionen, Fragen und Kommentare mit sich.

Die neue Verfassung löst die vorhergehende, die 1992 beschlossen worden war, ab. Sie trifft Vorkehrungen für den Umzug des KEK-Sekretariats von Genf nach Brüssel, obwohl dafür kein konkreter Zeitplan erstellt werden konnte, da die notwendigen legalen Prozesse sowohl in der Schweiz als auch in Belgien diesen Umzug verlangsamen könnten.

Sobald dies praktisch und rechtlich möglich ist, werden die KEK-Büros, die sich seit 1959 in Genf befunden haben, nach Brüssel verlegt werden. Das Büro in Straßburg wird erhalten bleiben, um Beziehungen zum Europarat und anderen Behörden besser aufrechterhalten zu können.

Die Vollversammlung setzt sich aus Delegierten der fast 120 KEK-Mitgliedskirchen und Kirchenvereinigungen zusammen. Die neue Verfassung wird am Dienstag, dem 9. Juli 2013, nach dem Abschluss der Vollversammlung in Kraft treten.

Der bisherige Zentralausschuss wird nun in einen Verwaltungsrat mit zwanzig Mitgliedern  umgewandelt. Dieser Rat wird mindestens zwei jährliche Sitzungen abhalten, um die KEK-Geschäfte zwischen den Vollversammlungen, die nur alle fünf Jahre stattfinden, fortzuführen. Der Verwaltungsrat wird von einem Präsidenten oder einer Präsidentin und zwei Vize-PräsidentInnen geleitet. Der Generalsekretär oder die Generalsekretärin wird die alltägliche Arbeit im Sekretariat leiten.

Bestehende Kommissionen der KEK werden in ein einheitlicheres System umgewandelt werden. Verhandlungen mit anderen Organisationen wie der Kirchenkommission für Migranten in Europa (CCME), die eng mit der KEK zusammen arbeitet, werden fortgesetzt, um über eine mögliche Fusion zu entscheiden.

Trotz des langwierigen Prozesses der letzten Tage, in denen die neue Verfassung aus dem vorgeschlagenen Dokument geformt wurde, wurde die Annahme des Schriftstücks mit rauschendem Applaus gefeiert. Allerdings wurde auch betont, dass der Weg zu der neuen Verfassung nicht immer einfach war, und dass einige der Versammlungsteilnehmer und -teilnehmerinnen Verletzungen erfahren haben. Eine der Delegierten erklärte, dass sie sich, wie viele andere weibliche und JugendteilnehmerInnen der Versammlung, marginalisiert fühlt. Obwohl die Gründe für die Abschaffung des obligatorischen Jugend- und Frauenanteils von Delegierten nachvollziehbar seien, hätten sie doch zu Kränkungen geführt, die mit Sensitivität behandelt werden sollten.

Nach dem Abschluss der Verfassungsdebatte bedankten sich die Moderatoren bei dem Dokumentationsteam und den anderen Mitarbeitern, Stewards und Volunteers der 14. Vollversammlung, ohne die der mitunter komplexe Ablauf der Versammlung sehr viel schwieriger hätte sein können.

Die Verfassung wird offiziell veröffentlicht, sobald sie auch in die anderen Versammlungssprachen, Französisch und Deutsch, übersetzt und legal geprüft wurde.

Eine russisch-orthodoxe Perspektive: Anton aus Weissrussland

Anikó Schuetz
Co-opted staff writer, Church of Scotland

Anton Blashko, Steward von der Russisch-Orthodoxen Kirche in Weißrussland.

Anton Blashko, Steward von der Russisch-Orthodoxen Kirche in Weißrussland.

Obwohl keine Delegierten oder Beobachter der Russisch-Orthodoxen Kirche an dieser KEK-Vollversammlung teilnehmen, ist doch einen Vertreter der Kirche nach Budapest gekommen. Anton Blashko, von der Russisch-Orthodoxen Kirche in Weißrussland, nimmt als Steward an der Versammlung teil. In seiner Heimat studiert er Theologie, um später Priester zu werden. Diesen Weg hat er schon seit seiner Kindheit verfolgt.

Er arbeitet bei einem der Universitätsprojekte mit, das sich mit sozialen Projekten beschäftigt. Eines der Projekte ist das ‘Haus der Nächstenliebe’, dessen Grundriss die Form des Kreuzes nachbildet. Unter anderem gehören dazu eine Kapelle und ein Krankenhaus, und das Projekt organisiert Veranstaltungen für und mit Menschen mit Behinderungen und für Waisenkinder.

Jeden Dienstag, wenn die Studentengottesdienste stattfinden, besucht Anton die Universitätskirche. An Sonntagen nehmen die Studenten dann an Gottesdiensten in verschiedenen Kirchengemeinden teil. Neben ihren eigenen Gottesdiensten finden auch einige ökumenische Veranstaltungen in der Universität statt. Beispielsweise werden regelmäßig Konferenzen angeboten, die die orthodoxen Christen mit Protestanten und Katholiken zusammenbringen. Einigen Studenten wird die Möglichkeit geboten, ein Semester lang im Ausland zu studieren,  zum Beispiel in Deutschland und Polen. Anton hofft, dass er, vielleicht in zwei oder drei Jahren, selbst an diesem Austauschprogramm teilnehmen kann.

Die Studenten können auch an internationalen Konferenzen und Programmen teilnehmen. Die KEK-Versammlung stellt eine solche Gelegenheit für Anton dar. Sein Bischof hat ihm dabei geholfen, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Er sieht es als gute Möglichkeit, andere Europäer und eine neue Kultur kennenzulernen, sowie neue Erfahrungen zu machen. Den ökumenischen Austausch betrachtet er als Chance, andere Sichtweisen zu hören und ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln.

Die Vorkonferenz für die Stewards und die jungen Delegierten hat Anton sehr genossen, vor allem die Möglichkeit, die anderen jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen und etwas Zeit zu haben, sich in seine Rolle während der Versammlung einzufinden. Er genießt es, ein so volles Programm zu haben und neue Erfahrungen zu machen. Er sagt, dass er diese Erfahrungen mit sich nehmen wird, wenn er nächste Woche nach Hause zurückkehrt und hofft, dass er sie mit seinen Freunden und Kommilitonen teilen kann.

Wir danken Anton dafür, dass er sich Zeit für dieses Gespräch genommen hat.

Clarissa’s Weg nach Budapest

Anikó Schuetz
Co-opted Staff Writer (Church of Scotland)

Assembly co-ordinator Clarissa Balan. Photo: CEC/Peter Kenny

Assembly co-ordinator Clarissa Balan.
Photo: CEC/Peter Kenny

Clarissa Balan ist die Koordinatorin der Vollversammlung und damit für den reibungslosen Ablauf der Versammlung zuständig. In der Vorbereitung kümmerte sie sich um so vielfältige Bereiche wie Finanzen, Unterbringung, Versammlungsorte, Transport, Übersetzungen, Kommunikation, das tägliche Programm, Anreise, Registrierung und Produktion der Dokumente. Auch in dieser Woche ist sie, bescheiden und hilfsbereit, hinter den Kulissen damit beschäftigt, den Ablauf der Versammlung unter Kontrolle zu halten, kurzfristige Programmänderungen zu ermöglichen und sich um eine Lösung all der kleinen und größeren Probleme, die eine solche Veranstaltung mit sich bringt, zu bemühen.

Erst im vergangenen Januar hat Clarissa ihre Arbeit im KEK-Sekretariat begonnen. Sie schätzt die Arbeit ihrer Kollegen sowie die der Volunteers, Stewards und Versammlungsmitarbeiter in Budapest sehr und betont, dass ihr eigener Beitrag ohne deren Hilfe sehr viel schwieriger gewesen wäre. Mit ihrer Arbeit möchte sie die Delegierten dabei unterstützen, eine erfolgreiche Versammlung zu führen und empfindet es als Privileg, hinter den Kulissen Beihilfe leisten zu können.

Der Weg nach Budapest war nicht immer einfach für Clarissa. Jede Vollversammlung steht für sich allein: der lange zeitliche Abstand zwischen den Versammlungen und Personaländerungen führen dazu, dass vor jeder neuen Versammlung vieles neu gelernt werden muss. Clarissa ist deshalb insbesondere froh, dass das Versammlungsteam für Budapest eine so wundervolle und hilfsbereite Gruppe ist, die wirkungsvoll mit Schwierigkeiten umgehen konnte. In der Vergangenheit hat Clarissa schon viele Konferenzen organisiert, vor Allem in ihrer Arbeit mit dem Christlichen Verein Junger Frauen (YWCA) und dem Christlichen Studenten-Weltbund (WCSF) in Europa.

Auf die Frage nach möglichen Auswirkungen der vorgeschlagenen neuen KEK-Verfassung auf die Organisation zukünftiger Vollversammlungen antwortet Clarissa, dass jede Konferenz einzigartig ist und dass in der Organisation solcher Veranstaltungen die Vision und Führung derjenigen, die sie zusammenstellen, ausschlaggebend für ihren Erfolg sind.

‘Führt ein gutes Leben, lebt nicht nur gut’

Anikó Schuetz,
Co-opted staff writer, Church of Scotland

Ist Ihnen aufgefallen, dass das Abendessen am Freitag vegetarisch war? Die Entscheidung, eine Mahlzeit lang auf Fleisch zu verzichten, ist ein Aspekt des Öko-Managements der Vollversammlung. Schon 2009 in Lyon wurde versucht, mehr auf den Schutz von Gottes Schöpfung einzugehen und ökologische Prinzipien umzusetzen. Wie Bischof Julio Murray in seinem Hauptvortrag betonte, als Christen sind wir dazu berufen, ein gutes Leben zu führen, nicht nur gut zu leben.

Um bewusster auf unsere Umwelt einzugehen, wurde ein Plan mit vier Kernbereichen erarbeitet.

  • Es wurde versucht, die Versammlungs-Teilnehmer zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Papier anzuregen, indem Dokumente über die KEK-Webseite verteilt werden. Leider wurde dieses Angebot nur begrenzt genutzt, so dass dennoch sehr viele Dokumente gedruckt werden müssen. Dies geschieht, soweit möglich, auf Recyclingpapier.
  • Sowohl die Danubius-Hotelgruppe als auch die Cateringfirma in RaM befolgen Umweltschutz-Richtlinien. Der RaM-Komplex minimiert die Menge seiner Kohlendioxid-Emission durch ein Dach, das von Gras und Büschen bedeckt ist. Das Catering-Unternehmen benutzt nur biologische Reinigungsmittel und andere Produkte und engagiert sich in verträglicher Abfallbehandlung. In den Hotels werden wir ermutigt, aktiv durch die effiziente Nutzung von Wasser und Energie, die mehrmalige Benutzung von Handtüchern und Bettwäsche und die verantwortungsvolle Entsorgung von Wertstoffen wie Papier und Plastik am Umweltschutz teilzunehmen.
  • Gemeinsam mit den Anbietern wurde erreicht, dass der Großteil der Lebensmittel für die Vollversammlung von Lieferanten vor Ort und Fair-Trade-Unternehmen bezogen werden. Das Wasser aus den Trinkwasserspendern im Konferenzkomplex (welches wir aus unseren Mehrzweckbechern trinken) stammt aus Ungarn. Aus Gründen des Umweltschutzes wurde auch die Entscheidung getroffen, am Freitagabend auf Fleisch zu verzichten, da ein Großteil der Treibhausgase durch Fleischproduktion freigesetzt werden.
  • Da auch die teilweise sehr weiten Anreisen der Umwelt abträglich waren, werden die Versammlungsteilnehmer ermutigt, einen finanziellen Beitrag von €15 zur Unterstützung eines kirchenbasierten Projektes zur Verwaltung und Verrechnung der negativen Einflüsse der CO2 Emission zu geben. Das Projekt, das einheimische Bäume auf Kirchenland pflanzt, wurde von der Reformierten und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, gemeinsam mit ökologischen Organisationen, gegründet. Seitdem haben sich andere Kirchen und Organisationen dem Projekt angeschlossen, unter Anderem verschiedene Römisch-Katholische und Orthodoxe Gemeinden. Das Projekt wird auch von ökologischen Kirchenorganisationen wie Eco-Congregation, Ararát und Naphimnusz unterstützt. Außerhalb der Plenumshalle in RaM befindet sich eine Informationstafel, die über das Projekt berichtet, welches durch die Beiträge unterstützt wird. Ein spezielles Konto wurde für diesen Zweck eingerichtet, auf das die Teilnehmer ihre Beiträge überweisen können (Versammlungskonto für CO2-Kompensation in der ‘Commission Eglise et Société de la CEC’, Adresse: Rue Joseph II 174 1000 Bruxelles, Belgien; IBAN : BE43 2100 9891 5501, BIC : GEBABEBB, Verwendungszweck: Budapest CO2 compensation). Delegierte und andere Teilnehmende, die nicht in der Lage sind, ihre Spenden auf das Sonderkonto einzuzahlen, können ihre Beiträge in eine Sammelbox außerhalb der Plenumshalle einwerfen.

Auch wenn diese Maßnahmen keinen vollen Ausgleich für die CO2-Bilanz schaffen können, helfen sie doch dabei, sie zu verringern und neue Bäume zu pflanzen, die sowohl der ungarischen Umwelt helfen werden, wie auch dem Klima unseren ganzen Planeten zugutekommen.

Metropolit Emmanuel: Eindrücke der Vollversammlung

Anikó Schuetz
Co-opted staff writer, Church of Scotland

Metropolitan Emmanuel (2)Seine Eminenz Metropolit Emmanuel von Frankreich, der Präsident der KEK, sprach am Freitag in der Pressekonferenz über seine Eindrücke von der Vollversammlung. Er betrachtet die starke Beteiligung der Delegierten an den Debatten als ein gutes Zeichen für deren Interesse an den Ereignissen. Die Art, in der die Debatten geführt werden, ermöglicht es außerdem, dass alle diejenigen, die ihre Ansichten äußern wollen, zu dem Plenum sprechen können. Die Gruppenarbeit hilft dabei sicherzustellen, dass verschiedene Stimmen und Sichtweisen gehört werden.

Als Ziel der Versammlung nennt er die Erarbeitung der zukünftigen Gestalt der Konferenz europäischer Kirchen, wobei die Versammlung selbst nur den letzten Teil eines vierjährigen Prozesses darstellt. Metropolit Emmanuel hofft, dass uns diese Woche voranbringen wird, dass Budapest etwas Gutes hervorbringen wird.

Auf die Frage nach der Beziehung zwischen KEK und der Römisch-Katholischen Kirche antwortet Metropolit Emmanuel humorvoll, dass er nicht für letztere sprechen könne, da er von Papst Franziskus noch nicht zum Vatikan-Sprecher ernannt worden sei. Er beschreibt, dass in KEK Christen verschiedener Konfessionen zusammen kommen; Protestanten, Orthodoxe, Anglikaner und Alt-Katholiken. Daneben finden regelmäßige Begegnungen mit dem Römisch-Katholischen Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) statt, und der Metropolit hofft, dass dies auch weiterhin fortgesetzt wird. Er möchte KEK nicht in Konkurrenz zu unseren Römisch-Katholischen Brüdern und Schwestern sehen, sondern hervorheben, dass wir alle Teil einer gemeinsamen Organisation sind.

Ein weiteres brisantes Thema der Pressekonferenz war die Beziehung von KEK zur russisch-orthodoxen Kirche, die ihre Mitarbeit in KEK 2008 ausgesetzt hat. Metropolit Emmanuel erzählt, dass trotz dieser Aussetzung herzliche Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche bestehen. Erst im Juni besuchte er gemeinsam mit KEK-Generalsekretär Pfr. Dr Guy Liagre den Leiter des Auswärtigen Amtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, um ihn einzuladen, eine Delegation oder Beobachter zur KEK-Vollversammlung zu entsenden. Auch wenn dieses Angebot letztlich nicht angenommen wurde, betont Metropolit Emmanuel, dass KEK den Dialog aufrechterhalten möchte statt in einen Monolog zu verfallen, und dass so die Möglichkeit einer erneuten stärkeren Zusammenarbeit in der Zukunft beibehalten werde.

Ein Bindeglied zwischen Ost und West

Anikó Schuetz
Co-opted writer, Church of Scotland

Péter Gáncs, der Vorsitzende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, heißt die Teilnehmer der KEK-Vollversammlung in Budapest herzlich willkommen. Er sieht die Versammlung als Gelegenheit für die verschiedenen Kirchen an, zusammen zu kommen und stärker miteinander zu arbeiten.

Er erklärt, dass seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor mehr als 20 Jahren eine stärkere Individualisierung stattgefunden hat, dass sich auch die einzelnen Kirchen mehr auf sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse konzentrieren. Solche Ereignisse wie die KEK-Versammlung geben ihnen nun eine Gelegenheit, ihren Blick auszuweiten, mit anderen Kirchen zusammenzuarbeiten, und so die ökumenische Bewegung im Namen Christi zu unterstützen. In Anbetracht der wachsenden Säkularisierung ist dies eine Gelegenheit zu zeigen, dass die Weltkirche in ihrer Brüderlichkeit zusammenkommen kann.

Er verstehe Ungarn als Bindeglied zwischen Ost und West in Europa, betont Péter. Dies kann nicht nur im geografischen Sinn verstanden werden, sondern auch im religiösen, da es sowohl die Römisch-Katholische, als auch evangelische und orthodoxe Kirchen in sich vereint, so dass Budapest einen idealen Hintergrund für ein ökumenisches Treffen bildet.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche beinhaltet neben den ungarischen auch slowakisch- und deutschsprachige Gemeinden und kann als Bindeglied zwischen der Römisch-Katholischen und der Reformierten Kirche in Ungarn angesehen werden. Nach diesen beiden Gruppen bildet die Evangelisch-Lutherische Kirche die drittstärkste Glaubensgemeinschaft in Ungarn, mit 2-3% der Gesamtbevölkerung in ihrer Mitgliedschaft. Péter beschreibt, dass sie trotz dieser geringen Mitglieder-Zahl immer ihre Aufgabe und ihren Glauben bewahrt hat. Er ist sehr froh, an der Organisation der KEK-Vollversammlung beteiligt zu sein, und stolz, die Teilnehmer in Budapest begrüßen zu können.

Zögert nicht: auf zur Gruppenarbeit

Anikó Schuetz,
Co-opted writer, Church of Scotland

CEC 14 Assembly Graphic ElementAb Donnerstagabend kommen die Delegierten nicht nur zu Andachten und in den Geschäftssitzungen zusammen, sondern auch zur Gruppenarbeit.

Die Gruppenarbeit soll dabei helfen, verschiedene Themen zu hören und zu diskutieren, sich untereinander auszutauschen und somit die Plenum-Diskussionen unterstützen. Zuhörer/Berichterstatter, die sogenannten ‘Keynote listeners’ und Gruppenleiter, die ‘Facilitators’, sollen diesem Prozess helfen.

Die Gruppenleiter moderieren die Gespräche der Arbeitsgruppen und stellen sicher, dass die Fragen, die den Diskussionen zugrunde liegen, betrachtet werden. Sie sollen auch dabei helfen, eine Verständigung über die Fragen zum Verfassungsentwurf und der zugehörigen Änderungsvorschläge zu erreichen.

Die Zuhörer dagegen tun genau das, was ihr Name verspricht: ihre Rolle dient dazu sicher zu stellen, dass die Ansichten aller Teilnehmer der Arbeitsgruppen gehört werden, damit von ihren Erkenntnissen gelernt werden kann. Die Zuhörer fassen anschließend ihre Beobachtungen schriftlich zusammen und bringen sie zurück zu den Plenum-Sitzungen, wo dann verschiedene Perspektiven vorgestellt werden können.

Dies soll helfen, es allen Delegierten möglich zu machen, ihre Sichtweisen einzubringen und verschiedene Perspektiven in der Gruppe zu diskutieren.

Der Weg nach Budapest

Anikó Schuetz – Co-opted staff writer – Church of Scotland

Ein Gespräch mit Rev Canon Dr Leslie Nathaniel, dem Europäischen Sekretär der Kirche von England und Moderator des Planungsausschusses der KEK-Vollversammlung (APC).

Leslie

Leslie beschreibt, dass die Bewegung, die KEK zu reformieren, bereits 2009 in Lyon begonnen hat. Dort wurde die Revisionsarbeitsgruppe (RWG) ins Leben gerufen. Sie sollte prüfen, welche Veränderungen notwendig wären, um KEK wieder ihrem Auftrag gerecht werden zu lassen. Ihre Anregungen und Vorschläge der Kirchen haben zu einer neuen Verfassung geführt, die nun hier in Budapest diskutiert werden soll. Leslie betont, dass diese Versammlung jedoch auch dem Ausdruck des Glaubens, der Vision und der Aufgabe der Kirchen dienen soll, dass sie zu grösserer Einheit und Zusammenarbeit führen soll.

Das Thema dieser Versammlung kommt ja von der Apostelgeschichte, und es drückt eine Dringlichkeit aus, eine Aufgabe in einer sich verändernden, sehr vielseitigen Welt. Leslie berichtet, dass er hofft, dass die Delegierten in einigen Kernfragen eine gemeinsame Meinung finden können, dass sie eine klare Aussage über die wichtigsten Aktivitäten von KEK machen können, ein Glaubensbekenntnis geben, dass die Kirch voran bringt und der Welt sichtbar macht.

Er berichtet, dass die Vorbereitung der Versammlung eine sehr intensive und nicht immer einfache Zeit war. Die Finanzierung war zeitweise problematisch, aber die Unterstützung einiger Kirchen hat in diesem Bereich sehr geholfen. Leslie ist dankbar dafür, dass es auch in schwierigen Zeiten immer Zeichen des Glaubens und des Vertrauens – auch in eine sich verändernde Kirche – gegeben hat, so dass die finanziellen Schwierigkeiten überwunden werden konnten.

Leslie beschriebt, wie schwierig es sein kann, eine Kirchenversammlung zu planen und dabei die Gefühle aller Mitgliedskirchen in Betracht zu ziehen. Die Herausforderung hier ist es, Beziehungen aufzubauen und zu stärken. Veränderungen sind notwendig, aber es ist wichtig, dass alle Mitgliedskirchen hinter diesen Veränderungen stehen können.

Auch wenn es Schwierigkeiten gibt: KEK ist einmalig in ihrer Art, und wenn es sie nicht gäbe, müsste sie wohl gegründet werden, denn die Notwendigkeit für eine solche Organisation ist gegeben, so Leslie. Als ökumenische Organisation in Europa hat KEK auch die Besonderheit ihrer Beziehung zur Orthodoxen Kirche und die Gelegenheit, mit der Römisch-Katholischen Kirche in Verbindung zu stehen.

Abschliessend erklärt Leslie, dass die jungen Leute, die hier als Jugenddelegierte und Stewards mitwirken, sehr positiv auf ihre Kirchen wirken können. Deshalb ist er froh, dass das Jugendprogramm auch hier in Budapest verwirklicht werden konnte.

Diejenigen, die nicht gezögert haben….. Worauf hoffen Sie in dieser Woche?

Anikó Schuetz,
Co-opted staff, Church of Scotland

Heute, am Eröffnungstag der 14. KEK-Vollversammlung, haben wir einige der Delegierten getroffen und mit Ihnen über ihren Weg zu KEK und ihre Hoffnungen für die Versammlung gesprochen. Hier sind einige der Antworten.

Plenarsitzung mit 230 Delegierten von 36 Länder.

Plenarsitzung mit 230 Delegierten von 36 Länder.

Adriana Florea aus Medias ist eine der Repräsentanten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien.

Ist dies Ihre erste KEK-Vollversammlung?
Nein, ich war schon 2007 als Steward [bei der ökumenischen europäischen Versammlung] in Sibiu und habe auch 2009 [bei der KEK-Vollversammlung in Lyon] als Steward mitgewirkt. Aber dieses Mal bin ich als Delegierte meiner Kirche hier.

Wie sind Sie in Ihrer Kirche zu Hause eingebunden?
Ich bin Vikarin in meiner Kirche. Das heisst ich habe Theologie studiert und arbeite jetzt für die Kirche. Ich arbeite viel mit Jugendlichen, und auch mit der ökumenischen Bewegung. Ich habe stark im Ökumenischen Jugendrat in Europa (EYCE) mitgewirkt und habe auf diese Art viel Erfahrung gesammelt, um nun hier mitzuarbeiten.

Worauf freuen Sie sich am meisten diese Woche hier in Budapest?
Oh, ich freue mich auf verschiedene Dinge. Diese Versammlung könnte eine historische sein, und wir sind hier als Zeugen dieser Erfahrung. Ich hoffe, dass junge Leute auch weiterhin an den KEK-Versammlungen teilnehmen werden, und dass wir, wenn wir Entscheidungen fällen, auch die Perspektiven der jungen Leute in Betracht ziehen und dass sie stärker eingebunden werden.

Das Thema dieser Versammlung ist ‘Was zögerst du noch?’. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen für die Kirche und für ökumenische Organisationen wie KEK?
Ich denke, dass wir unsere wirkliche Berufung, die wir von Gott erfahren, nicht vergessen sollten, damit wir nicht zu politisch werden und unsere christliche Nachricht vergessen. Und ich denke, dass wir Entscheidungen treffen sollten, die wichtig und hilfreich für alle sind, nicht nur für einige wenige Kirchen.

 

Bence Vigh ist ein ungarischer Pastor in der Vereinigten Methodistischen Kirche.

Sind Sie zum ersten Mal bei einer KEK-Vollversammlung dabei?
Ich habe noch nicht viel KEK-Erfahrung. Diese Versammlung ist die erste, bei der ich meine Kirche repräsentiere. Ich versuche also noch, meine Rolle hier zu finden. Ich bin sehr offen und versuche, mehr über KEK zu lernen.

Was ist Ihre Rolle in Ihrer Kirche zu Hause?
Ich bin ein Pastor, gerade in meinem Vikariat. In meiner Kirche gibt es drei Gemeinden und ich arbeite ausserdem mit den Roma. Ich beschäftige mich auch mit den jungen Leuten in der Kirche, das ist eine meiner Hauptaufgaben, die Vorbereitung und Organisation von Jugendtreffen.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen für die Kirche und für ökumenische Organisationen wie KEK?
Für mich ist es eine sehr interessante Frage und Herausforderung, was es heisst, Christ zu sein in Europa; was es heisst, Methodist zu sein in Europa und in unserer Gesellschaft. Ich denke, die Kirche muss eine immer grössere Rolle in der Gesellschaft spielen. Wir haben eine verbindende Rolle, für verschiedene Menschen und verschiedene Gruppen in der Gesellschaft, zum Beispiel zwischen wohlhabenderen und ärmeren Menschen, weil wir alle in der Kirche zusammen kommen. Ich bin nicht nur ein Methodist in Ungarn, ich bin ein Methodist, Teil einer internationalen Gemeinschaft, weil die Kirche nicht nur eine Nationalität reflektiert, sondern etwas Globales. Und es ist wichtig für uns als Europäer, dass wir zusammen kommen. Als Ungarn sind wir Teil von etwas Grösserem, Teil der weiten Familie der Menschheit, die die Kirche selbst repräsentiert.

 

Teemu Toivonen von der Orthodoxen Kirche in Finnland ist aus Helsinki nach Budapest gekommen.

Ist dies Ihre erste KEK-Vollversammlung?
Ja, es ist meine erste Vollversammlung. Ich habe aber schon einmal vor zwei Jahren das Zentralkomitee besucht.

Welche Rolle haben Sie in Ihrer Kirche zu Hause?
Ich bin der Jugendpriester in meiner Gemeinde in Helsinki. Das ist die grösste orthodoxe Gemeinde in ganz Finnland, wir haben 20.000 Mitglieder und daher auch sehr viele Jugendliche in der Gemeinde. Deshalb sind wir die einzige Gemeinde, die einen Priester speziell für Jugendarbeit hat. Und das ist meine Aufgabe. Ich bin auch in unserem örtlichen ökumenischen Komitee in Helsinki eingebunden und bin ein Mitglied der Jugendgruppe unseres nationalen ökumenischen Rates.

Das Thema dieser Versammlung ist ‘Was zögerst du noch?’. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen für die Kirche und für ökumenische Organisationen wie KEK?
Nun, wir sollten einen gemeinsamen Perspektive entwickeln, darüber, was die ökumenische Bewegung in Europa ist. Wir sollten die Schwächsten nicht aus den Augen verlieren, die Jugendlichen, die Immigranten, und diejenigen, die Diakonia benötigen. Das ist der Test unserer Christlichkeit. Wenn wir uns nur auf unsere Strukturen konzentrieren, dann sind wir verloren, dann sind wir nicht mehr die Kirche. Wir sollten der Zukunft dienen, der Jugend und denjenigen, die Hilfe benötigen.
Wir bedanken uns bei Adriana, Bence und Teemu dafür, dass sie ihre Zeit und ihre Ansichten mit uns geteilt haben.