{"id":2094,"date":"2020-11-24T00:01:22","date_gmt":"2020-11-23T23:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blogg.svenskakyrkan.se\/prostenlillos\/?p=2094"},"modified":"2020-11-24T10:14:47","modified_gmt":"2020-11-24T09:14:47","slug":"zeit-und-ewigkeit-zoom-foredrag-washington-d-c-20-11-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogg.svenskakyrkan.se\/prostenlillos\/zeit-und-ewigkeit-zoom-foredrag-washington-d-c-20-11-23\/","title":{"rendered":"ZEIT und EWIGKEIT\u2013 Zoom-F\u00f6redrag Washington D.C. 20\/11\/23"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Vortrag von Zeit und Ewigkeit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p> Erstens, vielen Dank, f\u00fcr die M\u00f6glichkeit mit Ihnen in Washington D.C. heute Abend via Zoom zu treffen und zusammen ein bisschen \u00fcber die grosse existenzielle und daf\u00fcr auch theologische Fragen zu reflektieren: Zeit und Ewigkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer, Herr Doktor Martin Eberle hat mit sehr freie H\u00e4nde gegeben und mich gleichzeitig rekommendiert mit einer Unterteilung in Themen als Verst\u00e4ndnishilfe zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Vortrag von Zeit und Ewigkeit besteht aus zwei Teilen. Zuerst eine theologische Einf\u00fchrung, in welcher ich mit Unterteilungen arbeiten, und dann eine Meditation, in der ich versuche die<em>\u00e4usserste Dingen&nbsp;<\/em>(Eschaton) in einem v\u00f6llig anderen Genre auszudr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit unser anschlie\u00dfendes Gespr\u00e4ch, mit Martin Eberle als Moderator, so anregend wie m\u00f6glich wird und Ihre Fragen einen Raum erhalten, w\u00fcnsche ich dass wir mit dem konkreten Dialog warten bis wir zum dritten Teil, das Gespr\u00e4ch, kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir jetzt an, denn es gibt nicht nur wie der Psalmist sagt (Wochenspruch EKD diese Woche, Psalm&nbsp; 90:12) ein paar Tage, sondern auch nur ein paar Minuten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der erste Teil \u2013 Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Teil, der sehr vorl\u00e4ufig und bescheiden ist, hat vier Unterteilungen<strong>,&nbsp;<\/strong>und diese sind:<strong>&nbsp;1.&nbsp;<\/strong>Die sprachliche Erfahrung, 2. In Spiel und Trauer leben, 3. Urknalltheorien und das Herz der Theologie, 4. Logoschristologie und Identit\u00e4tsfragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><strong>Die sprachliche Erfahrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie davon \u00fcberlegt wie es im Kopf schmeckt diese Begriffen in der anderen Ordnungsreihe zu sagen? Mit anderen Worten,<em>Ewigkeit und Zeit<\/em>? Ich finde es fast unm\u00f6glich und denke das es nicht nur daran liegt dass es sich um einen idiomatischen Ausdruck handelt&nbsp;<em>Zeit und Ewigkeit<\/em>&nbsp;zu sagen, oder auf unsere Gewohnheit oder den Klangrhythmus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><strong>In Spiel und Trauer leben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was wissen wir eigentlich von Zeit? Von den Philosophen haben wir gelernt Sein und Zeit nicht zu trennen und dass wir in die Zeit geworfen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Kinder hatten wir&nbsp;<em>alle Zeit der Welt<\/em>, als wir sagen hier in Schweden, aber mit dem Verlust von Menchen in unserer N\u00e4he wurde klar, dass das Gegenteil der Fall ist. Und viele von uns haben wahrscheinlich das Gef\u00fchl, dass an dem Tag, an dem ein Elternteil starb, sich alles \u00e4nderte und Zeit und Ewigkeit auseinanderrutschten und die Bedeutung von&nbsp;<em>nie wieder&nbsp;<\/em>ein Abgrund<em>&nbsp;<\/em>in uns wurde. Ist es m\u00f6glich dass so viel, ja manchmal alles in unserem Lebenskript nach diesem Trauma, den Zweck gegeben wird Ablenkung durch Kultur, Film, Horrorunterhaltung, Sport und unbegrenztes k\u00f6rperliches Training, Literatur, \u00fcbertriebene Sexualit\u00e4tsfixierung und gef\u00e4hrliche Machtanspr\u00fcche, Alkohol, und so weiter. Kurzum: Ein hedonistisches Leben, und darin lege ich keinen Wert. (Zumindest versuche nicht.)&nbsp; Es darf eine Selbstpr\u00fcfung sein, nie en Urteil \u00fcber andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Die religi\u00f6sen Traditionen bieten uns eine Sprache der Regression und des sozialen Kontextes, die der Symbiose des Kindes mit seiner Mutter oder seinem Vater \u00e4hnelt und kompensiert. Wer hat nicht geh\u00f6rt oder gesungen, mit alten Hymnen sowie mit modernen Kirchenliedern, dass wir Kinder Gottes sind und dass wir mit den Engeln tanzen und spielen sollen, ohne Sorgen und \u00c4ngste? Ich weiss, dass Dr. Martin Eberle eine Faszination und Wissen f\u00fcr die so genannte Theologie des Kindes hat, und ich hoffe dass wir uns in unserem Gespr\u00e4ch darauf einlassen k\u00f6nnen. Hier liegt ja ein Offenbarungsschatz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><strong>Urknalltheorien und das Herz der Theologie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich mehrere Urknalltheorien, aber am interessantesten ist, was sie gemeinsam haben. Im Urknall wurden drei Dinge gleichzeitig geschaffen, um das Schwierige sowohl vereinfacht als auch paradox zu formulieren. Es war fast vierzehn Milliarden Jahre her, dass Materie, Raum und eine Mikrosekunde sp\u00e4ter Zeit in einem Big Bang, Urknall geschaffen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Urknalltheorie sagt etwas \u00fcber eine&nbsp;<em>vor<\/em>&nbsp;diesem Ereignis aus. Unsere allt\u00e4gliche Redewendung Zeit und Ewigkeit enspricht somit der Ansicht der Wissenschaft, dass Zeit zuerst und dann Ewigkeit kommt, obwohl sie nicht zeitlich unendlich gedacht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das andere, was erw\u00e4hnenswert ist, ist, dass Zeit nicht etwas ist, in Rahmen dessen alles passiert, sondern etwas, das wie andere Dinge dazu kommt. Und die enzigen drei Dinge, die existentieren sind Materie, Raum und Zeit. Und wo, sagen die Wissenschaftlern, einer von diesen ist, gibt es immer beide anderen, was uns direkt zu dem wichtigsten bringt, das Herz, die Trinit\u00e4tstheologie und die Christologie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Trinit\u00e4tstheologie: Drei Personen untrennbar miteinander verbunden im Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Christologie: Zwei Naturen vereint aber nicht gemischt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><strong>Logoschristologie und Identit\u00e4tsfragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die kombinierte Kraft der Naturwissenschaften und der Alltagssprache, die Zeit&nbsp;<em>vor<\/em>&nbsp;der Ewigkeit festzulegen, hat lange und sicherlich zunehmend dazu beigetragt, dass die Logoschristologie, die von Christus vor seinem irdischen Leben spricht, nicht im kirchlichen Kontext gepflegt geworden ist. So suchen wir vielmehr die richtigen Interpretation der&nbsp;<em>Eskatologie&nbsp;<\/em>in<em>&nbsp;der Zeit und Post-Zeit<\/em>, die Letztere wird dann mieistens Ewigkeit genannt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Hier k\u00f6nnen wir ja im Gespr\u00e4ch reflektieren \u00fcber ob es eine Spannung zwischen Eschatologie in Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika gibt. Und welche Faktoren unsere ultimative Identit\u00e4t beeinflussen, bauen und st\u00fcrzten. Vielleicht is die Eschatologie im deutschprachigen Bereich mehr Zukunftsorientiert&nbsp; im Rahmen von&nbsp;<em>schon jetzt \u2013 noch nicht<\/em>, w\u00e4hrend in den Vereinigten Staaten von Amerika die Eschatologie eher in Richtung eines wie man auf Englisch sagt&nbsp;<em>realized eschatology<\/em>&nbsp;geht. Welchen Einfluss hat eine solche in Christus verwirklichte Eschatologie dann auf die Vorstellungen vom Gottes Immanens, auf das Hier und Jetzt, und schliesslich auf die nationelle Identit\u00e4t. Zusamenfassend: Wo findet der Himmel statt?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie ein Gebet: Nur die lebenslange und gelebte Antwort kann die T\u00fcr zu die Theorie der Apokatastase \u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der zweite Teil: Meditation \u2013 Trauer ist kostbar und schwer zu ertragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist Nacht in der Welt der Trauer. Das Boot, das lange am Strand gelogen war, ist auf dem Weg zur See. Es wird langsam von der Zeit ausgebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Boot sitzt der Mann och die Frau, die trauern, mit Gesicht in eigenen m\u00fcden H\u00e4nden. Die von der Unbeweglichkeit kalt sind. Die Zeit entfernt Trauernden von Geliebten. Und deshalb sind wir die trauern angewiesen zu dem Kampf das Gef\u00fchl zu bewahren, wie es am Strand war, als das Leben gespielt wurde. Dann wann alles in Ordnung war: Die Familie, Kindern, Eltern, Geschwister, Freunde, Bekannte, Engagement und Arbeitsfreundschaft. Ja, als das Leben noch lebte. Wir halten all dies im Bewusstsein der Trauer, im Raum der Trauer, in uns. Und wir teilen die Erinnerungen mit denen die da waren, und mit den die mit anderen waren. Mit allen, die zuh\u00f6ren und verstehen wollen, ist diese Trauer ein Echo der Liebe, wenn Tag auch Nacht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Boot is auf dem Weg raus in die See \u2013 wir k\u00f6nnen nicht mehr zum sonnenbeschienenen Strand zur\u00fcckkehren, den wir verlassen haben. Die Bedeutung von&nbsp;<em>nie wieder<\/em>&nbsp;l\u00e4sst uns den Atem verlieren: Die Zeit vertreibt das Boot, aber nicht nur die Zeit macht dies. Auch alle neue Eindr\u00fccke, alles im Alltag, alles Praktisches, das Sprechen und Zuh\u00f6ren treiben das Boot raus in die See.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurzum: Der Alltag vertreibt uns vom dem, was einmal war. Seine Offensichtlichkeit, seine Pr\u00e4senz und seine Intensit\u00e4t mitwirken dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ist es eine wahre Erfahrung, die viele von uns teilen, dass die Natur der Trauer \u00e4ndert sich je weiter wir vom Strand entfernt sind. Weil wir noch mehr von der Breite des Strandes sehen, wenn weiter draussen sind. Wir beginnen kausalen Zusammenh\u00e4nge och Ganzes zu verstehen und f\u00fchlen, die wir, als wir fr\u00fcher und wann wir v\u00f6llig nahe waren weder sahen noch verstehen konnten. Trauer kann uns daher helfen, ein ges\u00fcnderes Verst\u00e4ndnis des Lebens, unserer Selbst und derer, die wir lieben und arbeiten mit, ja mit der ganzen Welt, zu bekommen. Dies ist ist Dualit\u00e4t der Trauer. Wertvoll und schwer zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Vergangenheit glaubten sowohl die Wissenschaft als auch die Menschen, dass die Erde flach sei und das Meer an einem Rand enden w\u00fcrde. Und jeder&nbsp;<em>wusste<\/em>&nbsp;dass die Leute, als sie dort ankamen, direkt ins Nirgendwo fielen. Manchmal f\u00fchlt man etwas \u00e4hnliches in der Trauer, wenn man sich von denen entfernt, die man liebt. Wenn Erinnerungen und Gef\u00fchlen verblassen und abnehmen. Und unvermeidlich auf dem Weg zum schreklichen Ende, wenn das Meer endet, und wir werden in die Dunkelheit fallen. Ja, einige von uns haben noch die Bildern von den Kupferplatten im Ged\u00e4chtnis. Und auch ohne sie k\u00f6nnen wir es vor uns sehen, und genau vorstellen, das Sterben und den Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserer Zeit wissen sowohl die Wissenschaft als auch der Mensch, dass die Erde nicht flach ist und das der Ozean nicht in einem Abgrund endet. Unsere Erde ist rund. Es f\u00e4llt uns daher leichter zu hoffen, dass das Meer des Lebens dort endet, wo es begonnen hat. Dass das Meer des Lebens an einem Strand endet, in Gemeinschaft, in Liebe, in der wunderbaren Zeit des Alltags mit offensichtlichen Pr\u00e4senz und pulsierenden Intensit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Strand is Jesus Christus, der ein Feuer im Sand entz\u00fcndet hat und der die Glut f\u00fcr ewig zum Leuchten bringt, und der uns verspricht:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich bin Alpha und Omega, Anfang und Ende. Ich schliesse den Kreis einmal und mache das nur, wenn alle an Land gekommen sind, auch Du.<\/p>\n\n\n\n<p>So endet das Leben alles am Strand wie einmal das Leben da enststand.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Materie, Raum und Zeit werden Heilig Ewigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vortrag von Zeit und Ewigkeit. 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